Die Macht des Geldes

Der Ostseeschiffer Jürgen Wulff aus Schleswig hatte vor dem Jahre 1725 einen Antrag auf die Stralsunder Bürgerschaft gestellt. Damals war er zu drei Vierteln Reeder der Galioth „Eleonore“, die mit einer Ladung heimischer Waren wie Getreide und vor allem Roggen über die Ostsee nach Stockholm fuhr.
Die Auflagen zur Erlangung des Stralsunder Bürgerstatus waren dem Jürgen Wulff aber doch zu teuer. Er verkaufte daraufhin sein Haus in Schleswig, um Bürger von Greifswald zu werden. Der Rat von Stralsund hegte hierüber jedoch einige Zweifel. Dennoch: am 9. Juli 1735 wurde Jürgen Wulff als Fremder Bürger Stralsunds.

Die Galiot, welche Jürgen Wulff fuhr, war für die damalige Zeit ein hoch modernes Frachtschiff, das im 17. Jahrhundert eigentlich für die Nordsee- und Küstenfahrt entwickelt worden war. Es stammte aus den Niederlanden und hatte anderthalb Masten, vor allem mit Gaffelsegel zu bespannen. Der vorne gerundete und achtern steil ansteigende Schiffsrumpf maß zwischen 18 und 30 m Länge und 4 bis 7,5 m Breite, war aber unter Wasser strömungsgünstig schlank gebaut. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war dieser Schiffstyp in Norddeutschland am gebräuchlichsten und wurde auch für Fahrten bis nach Nord- und Südamerika, um Afrika herum nach Ostindien und zur Wal- und Robbenjagd, ja sogar als kanonenbestücktes Kriegsschiff eingesetzt.