Vollwappen

Wappen ist nicht gleich Wappen, denn auch in der Heraldik gibt es „Spielregeln“. So dürfen einem in Deutschland registrierfähigen Wappen auf keinen Fall Helmzier, Helm, Wulst (falls heraldisch notwendig), Helmdecken und Wappenschild fehlen. Hat ein Wappen dies nicht, verstößt es gegen bindendes Wappenrecht.

Formen

Das Wichtigste bei der Gestaltung eines Wappens ist die sachlich korrekte Wiedergabe von Schildinhalt und Helmzier. Heraldisch korrekt heißt: Die Wiedergabe des Schildinhaltes, der Helmzier und der Farbe muss genau der Wappenbeschreibung (Blasonierung) entsprechen. Diese drei Elemente sind die Konstanten eines Wappens, die nicht verändert werden dürfen. Innerhalb dieser Grenzen ist jedoch die Fantasie des Heraldikers gefragt, denn der Stil der Darstellung darf sich ändern. So zum Beispiel die Form des Wappens, d.h. der äußere Rahmen eines Wappens. Die Form des Schildes ist beispielsweise Geschmackssache. Das zeigt sich in seinen Veränderungen über die Jahrhunderte. Individuell gestalten lassen sich auch die Decken, die um das Wappen herum drapiert liegen. Diese fielen zum Beispiel während des Barock vollkommen anders aus als im eher nüchternen Klassizismus.

Heraldische Farben und Schraffuren

Ein Wesensmerkmal guter Heraldik ist ihre Schlichtheit. Nach Möglichkeit sollen wenige, aber unterscheidungskräftige Figuren und Farben das Wappenbild bestimmen. Ganz wesentlich für die Heroldskunst ist die Farbe, insbesondere der signalhafte Kontrast von hell und dunkel. Die heraldischen Farben sind Rot, Blau, Schwarz und Grün in kräftigen ungebrochenen Grundtönen. Als Kontrast dazu dienen die hellen "Metalle" Gold und Silber, die in der Darstellung gelb und weiß erscheinen können. Alle anderen "natürlichen Farben" (z.B. Braun für einen Baumstamm) kommen nur ausnahmsweise vor.
Heraldische Farben und Formen

Symbole

Die Heraldik besitzt über 400 gängige Symbole und Figuren, und dennoch kann ein und dasselbe Symbol vollkommen Unterschiedliches bedeuten. Die jeweilige Bedeutung erschließt sich aus dem Kontext des Wappens und der Familie, die es führt. Dieser Bedeutungszusammenhang wird ausführlich im heraldischen Stiftungsbericht erläutert. Ein sehr bekanntes Beispiel für diese unterschiedlichen Bedeutungsmöglichkeiten stellt die Löwenfigur dar:

  • kann für das Sternzeichen des Wappenstifters stehen.
  • kann ein Hinweis auf das Herkunftsland des Stifters – z.B. Bayern – sein.
  • Ein Löwe im Wappen kann außerdem einfach den Familiennamen „Löwe“ signalisieren.
  • Eine weitere Bedeutungsvariante: Vielleicht soll die Raubkatze für Stärke und Durchsetzungskraft stehen.
  • Oder ein Veterinärmediziner, der sich auf Großkatzen spezialisiert hat kann einen Löwen im Wappen tragen. In diesem Fall wäre es damit ein Hinweis auf den Beruf des Wappenstifters.

 

Bestandteile Wappen Helm Decke Schild