Der Weg zum eigenen Wappen

Stiftung oder Forschung?

 

Jeder Bürger hat das Recht ein Wappen zu führen. Das bedeutet: Gibt es noch keines, kann eines gestiftet werden.

Dass nur jahrhunderte alte Wappen "echt" seien, ist schlichter Unsinn. Hätten die Stifter zu ihrer Zeit so gedacht, gäbe es heute keine Wappen. Oder?

Ein Wappen muß einmalig sein. Es darf einem bestehenden weder gleichen noch zu ähnlich sein.
Schätzungen gehen davon aus, dass es über 1,7 Millionen Wappen allein im deutschsprachigen Raum gibt. Dieser Dschungel kann nur von einem erfahrenen Heraldiker bewältigt werden.

Um ein bestehendes Wappen führen zu dürfen, muß man beweisen, daß man vom Wappenstifter abstammt.
Eine sehr gut recherchierte Familiengeschichte ist also Voraussetzung für eine heraldische Forschung. Die meisten in der Literatur verzeichneten Wappen stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Man sollte also eine wenigstens 300-jährige Familiengeschichte vorweisen.

Namensgleichheit berechtigt nicht zur Wappenführung.
Auch an Namen geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Nur wenige Menschen konnten schreiben. Daher wurden Namen nur mündlich überliefert. Die wenigen, die schreiben konnten, taten dies nach dem Gehör.

Der Wunsch nach einem möglichst alten Wappen ist - aus Sicht der menschlichen Eitelkeit - durchaus verständlich.
Wappen führten Familien mit einem hohen sozialen Status: Zum einen aus Prestigegründen, zum anderen als Unterschriftsersatz.
Ein Kleinbauer, der 15 Mäuler zu stopfen hatte, dachte höchstwahrscheinlich an andere Dinge als Wappenführung...

Es gilt also durch Forschung die Führungsberechtigung für ein Wappen nachzuweisen oder ein neues zu stiften.

Noch Fragen?

 

Wappenkunstmalerei Fam. Hegler

Wappenkunstmalerei Fam. Zoeller