Das Archiv Dochtermann

Alfred Dochtermann war ein renommierter Heraldiker und Genealoge. Sein Wissen in diesem Fachgebeit erarbeitete er sich, wie die meisten bedeutenden Heraldiker, als Autodidakt, da es in Deutschland weder eine geschützte Berufsbezeichnung noch eine entsprechende Ausbildung gibt.

In 60 Jahren Forschungsarbeit trug er ein einzigartiges familiengeschichtliches Archiv und eine bedeutende heraldisch-genealogische Fachbibliothek zusammen. Beides gilt als zweitgrößte Sammlung dieser Art in privater Hand. Sie enthält über 30.000 Forschungsakten mit Recherchen anhand von heute nicht mehr zugänglichen Quellen der Vorkriegszeit. Außerdem enthält sie einmalige Dokumentationen und eine Literatursammlung. Das Lebenswerk Alfred Dochtermanns dürfte nur noch von der berühmten Sammlung Ottfried Neubeckers übertroffen werden.

Dochtermann schuf in seinem Leben 10.000 - 20.000 Wappen. Damit lässt sich zu Recht sagen, dass ihm einer der ersten Plätze unter den Heraldikern gebührt. Außerdem schuf er dem Wappenrecht mit der Publikationsreihe "Wappenrolle Dochtermann" ein eigenes Forum.

1937 gründete Dochtermann das Wappenarchiv Dochtermann. 1977 wurde es in eine GmbH umgewandelt und hieß von nun an Wappenarchiv Stuttgart. Nach seinem Tod im Jahr 1986 übernahm Hans Winter das Unternehmen unter dem Namen Wappen-Gilde.

Beide Sammlungen gingen nach dem Tod Hans Winters in den Besitz von Pro Heraldica über.

Von den von Dochtermann geschaffenen Familienwappen sind nur etwa 2.500 Wappen (teilweise mit familiengeschichtlichen Daten in der Wappenrolle Dochtermann) veröffentlicht und damit geschützt! Die Mehrzahl der Familienwappen und familiengeschichtlichen Daten schlummern in den ca. 30.000 Forschungsakten. Sie sind fester Bestandteil unseres Archivs. Diese Recherchen sind eine einmalige Forschungsressource, denn sie beinhalten auch Daten aus im Krieg für immer zerstörten Quellen.