Dr. Rolf Sutter

Jahrgang 1944
verheiratet, drei Kinder
Gymnasium
Studium Germanistik, Politikwissenschaft, Kunstgeschichte, Psychologie
Promotion über genealogische Strukturen in Wolframs von Eschenbach „Parzival“
Seit 1980 wissenschaftlicher Leiter bei PRO HERALDICA
Mitglied der Académie Internationale d’Héraldique
Mitglied der Académie Internationale de Généalogie
Präsident des Wappen-HEROLD, Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V.
Vorsitzender des Stiftungsrates der Gerhard Tietz-Stiftung Heraldik Internationale
Mitglied des Verbandes Deutschsprachiger Berufsgenealogen

1980 kam Dr. Sutter zum ersten Mal in Kontakt mit Dr. Ottfried Neubecker, von dessen Arbeit und Persönlichkeit er sogleich fasziniert war. Aus dem ersten Zusammentreffen wurde eine zwölfjährige intensive Zusammenarbeit. Es wurden für Dr. Sutter unschätzbar wertvolle Lehrjahre und für Dr. Neubecker die Gelegenheit, für sein Lebenswerk eine Nachfolge aufzubauen. Folgerichtig berief er Dr. Sutter noch im Jahre 1980 als Schatzmeister in den 1967 von ihm gegründeten Verein Wappen-HEROLD Deutsche Heraldische Gesellschaft e.V., den Dr. Sutter heute als Präsident leitet.

Was damals begann, wurde für beide zum Glücksfall, jedoch war der gemeinsame Nutzen zunächst einseitig verteilt. Dr. Sutter konnte vom bedeutendsten deutschsprachigen Heraldiker seiner Zeit das grundlegende Handwerkszeug der wissenschaftlichen und der kreativen Heraldik lernen. Bald aber durfte Dr. Neubecker schon Früchte jener geistigen Investition ernten und die Geburtsstunde und das Wachsen seines Lieblingsprojektes ALLGEMEINE DEUTSCHE WAPPENROLLE. Schon 1980 erschien dessen erster Band unter der Leitung von Dr. Sutter und wird bis heute von ihm weitergeführt.

Als sich Dr. Neubecker 1992 zurückzog und im selben Jahr starb, hatte Dr. Sutter auch in dessen internationale Fußstapfen zu treten. Dies bedeutete, internationale Kongresse und Kolloquien zu besuchen, und in die zahlreichen nationalen und internationalen Kontakte von Dr. Neubecker einzutreten und diese auszubauen. Zahlreiche Vorträge von Dr. Sutter waren die Folge dieser Aktivitäten:

  • 1999 Internationales Kolloquium St. Pölten: Gampilun und Ecidemon – Zur Funktion der Heraldik in Wolframs von Eschenbach Parzival
  • 2000 Internationaler Kongress Besaucon: Genealogie als Medium sozialer und individueller Identität: Der Parzival-Roman des Wolfram von Eschenbach
  • 2001 Internationales Kolloquium Groningen: Redende Elemente in der Kommunalheraldik und heraldische Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Baden-Württemberg
  • 2002 Internationaler Kongress Dublin: Logo ad Portas - Momentaufnahme zum aktuellen Verhältnis zwischen „Identitätsbildzeichen/Logo“ und Wappen in der deutschen Staatsheraldik
  • 2004 Internationaler Kongress Brügge: Genealogie und Heraldik am Beginn des dritten Milleniums
  • 2005 24. Österreichischer Historikertag Innsbruck: Zurück in die Zukunft - Südafrikas neue heraldische Identität
  • 2005 Internationales Kolloquium St. Petersburg: Emanzipation in der Heraldik - Modernes Namensrecht und Wappenführung der Frau
  • 2006 Internationaler Kongress St. Anndrews: Bäume, die in den Himmel wachsen? – Genealogie zwischen Mythos, Welterklärung und Transzendenz
  • 2007 Internationales Kolloquium Xanten: Was Reichsstädte im Schilde führen
  • 2008 Internationaler Kongress Quebec: Quète et Reconquète - Koloniale und postkoloniale Heraldik in Afrika
  • 2009 Internationales Kolloquium Verviers: Heraldik in Deutschland bzw. in deutschsprachigen Ländern
  • 2010 Internationaler Kongress Stuttgart: geplant: Aus dem Frühling der Heraldik, Heraldik und Identität

Wie Dr. Neubecker arbeitete Dr. Sutter mit Pro Heraldica zusammen und pflegt heute das Erbe und die Bibliothek dieses Altmeisters der Heraldik. Hier hat er in dreißig Jahren hunderte von genealogischen Forschungen geleitet und mehr als 3.000 Wappenforschungen und -gestaltungen durchgeführt.

Einer der internationalen Kollegen hat Dr. Sutter bei der Vorstellung zu einem seiner Vorträge wie folgt charakterisiert: „Dr. Sutter ist ein Phänomen. Er ist auf dem Gebiet der Genealogie ebenso zuhause wie auf dem Gebiet der Heraldik. In der Heraldik spannt sich seine Kompetenz von der mittelalterlichen bis zur zeitgenössischen Heraldik und von der öffentlichen bis zur Familienheraldik - und das sowohl auf theoretischem, wie auch auf schöpferischem Gebiet.“

Hervorstechend, so kann ergänzt werden, ist sein Engagement für die zeitgenössische, lebendige Heraldik. Sein Vortrag von Dublin 2002 „Logo ad Portas“ führte zur spontanen Gründung des „Ständigen Komitees für zeitgenössische Heraldik“, unter dem Dach der Internationalen Akademie der Heraldik, zu dessen Gründungsmitgliedern er zählt und das sich auf nationaler Ebene um die Schaffung von allgemeingültigen heraldischen Prinzipien bemüht.

Woran er auf internationaler Ebene mitwirkt, verfolgt er auch auf nationaler Ebene. Aufklärung über Heraldik auf breiter Basis, Kampf gegen unseriösen Umgang mit der Disziplin, Vereinheitlichung des Wappenrechts, Etablierung und Institutionalisierung eines Kompetenzzentrums gewissenhaft arbeitender Fachleute, Schaffung von allgemeinverbindlichen Regularien sind Anliegen, die er „im Schilde führt“.